Bemerkenswertes Engagement in der Seniorengemeinschaft Kattenturm

Der Geschäftsführer der IMPULS Deutschland gGmbH ist Herr Peter Weber. Seine Firma IMPULS Deutschland gGmbH bietet Programme in der Frühen Bildung an.   Seit einem halben Jahr kommt Peter Weber monatlich für 2 Stunden mit 3 Mitarbeitern in die Seniorengemeinschaft, um die Bewohner zu besuchen, mit einzelnen Bewohnern Spaziergänge und Einkäufe zu machen und Freude […]


Der Geschäftsführer der IMPULS Deutschland gGmbH ist Herr Peter Weber. Seine Firma IMPULS Deutschland gGmbH bietet Programme in der Frühen Bildung an.

 

Seit einem halben Jahr kommt Peter Weber monatlich für 2 Stunden mit 3 Mitarbeitern in die Seniorengemeinschaft, um die Bewohner zu besuchen, mit einzelnen Bewohnern Spaziergänge und Einkäufe zu machen und Freude und Aufmerksamkeit zu schenken.

 

Gefragt nach seiner Motivation für die Idee zum ehrenamtlichen Engagement sagte er deutlich: “Ich bin selbst ein „Querdenker“ und „außerhalb des Mainstream“. Ich wollte, dass wir uns als Firma ehrenamtlich engagieren und habe meine Mitarbeiter mit in die WG genommen, weil meine Mutter hier seit 4 Jahren lebt. Ich habe gesagt, guckt Euch das an, ob Ihr Euch das vorstellen könnt. Ich glaube sicher, dass es eine Bereicherung für jeden ist, mit alten und auch Demenzkranken Menschen Zeit zu verbringen und es stärkt die Soziale Kompetenz jedes Einzelnen. Beide Seiten profitieren von diesen Kontakten.“

 

Die Mitarbeiter der Impuls gGmbH kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen:

Da ist die Controllerin Astrid Schmidt, 51 Jahre, die vorher nie Kontakt zu alten Menschen hatte und sich jetzt fragt, wie wird das mal mit meinen eigenen Eltern? „Mit dem Thema Demenz habe ich mich vorher nicht beschäftigt und ich war erst unsicher, ob ich irgendwas falsch mache. Die Mitarbeiter der Seniorengemeinschaft unterstützen mich aber sehr gut und ich fühle mich jetzt viel sicherer im Umgang mit den Senioren. Das hilft mir auch in meinem persönlichen Umfeld. Ich bewundere alle Mitarbeiter hier, mit welcher Ruhe und Aufmerksamkeit sie die alten Menschen betreuen.“

 

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Jens Thieben, 31 Jahre, Sozialwissenschaftler hatte schon als junger Mann im Zivildienst Kontakt zu älteren und behinderten Menschen. Er will mit seinem Engagement gutes tun und freut sich über das Angebot seines Chefs. Er weiß um die Personalknappheit in sozialen Einrichtungen und wie sehr auch die Pflegemitarbeiter auf ehrenamtliche Unterstützung angewiesen sind. Er freut sich über gemeinsame Spaziergänge und Einkäufe mit den Bewohnern. Als Mann ist er natürlich sofort „Hahn im Korbe“. „Letztes Mal war ich mit einer Bewohnerin einkaufen und wir hatten viel Spaß. Sie sah Kinder im Einkaufswagen und freute sich darüber. Sie erzählte viel von ihren Söhnen und das Lächeln auf ihrem Gesicht nahm kein Ende. Das ist was anderes als meine Arbeit im Büro und sehr befriedigend.“

 

Auch Marnie Borrmann, 27 Jahre, wissenschaftl. Mitarbeiterin ist bei den Besuchen in der WG dabei. Ihr schallt als Sie ankommt gleich ein „Du bist ganz lieb“ einer Bewohnerin entgegen. Auch sie hatte keine Kontakte zu älteren Menschen und hatte anfangs Unsicherheiten, worüber sie sprechen kann. Durch Tipps der Pflegekräfte und das Lächeln der Bewohner, wenn sie sich zu Ihnen setzt war das aber schnell verflogen. „Man lernt Geduld im Umgang mit den alten Menschen. Ich mache alles schnell, reden, laufen, arbeiten. Hier muss ich mich an das Tempo der alten Menschen anpassen, hier ticken die Uhren anders. Und ich muss mich auf extreme Emotionen einstellen. Das ist oft witzig und beglückend, manchmal aber auch traurig- wie das Leben eben ist!“

(Interview & Fotos: Sabine Greulich)