FAQs zur Covid-19-Impfung

Die wichtigsten Fragen und Antworten


Seit zwei Jahr versucht die Welt die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. Bei allen Anstrengungen, die unternommen worden sind, zeichnete sich ab: Nur Impfstoffe, die einen Großteil der Bevölkerung schützen, werden das Virus aufhalten können. Durch eine enorme globale Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Menschen in der ganzen Welt können inzwischen weltweit Impfungen angeboten werden. 

Convivo ist als Gesundheitsunternehmen in der Verantwortung für mehrere tausend Menschen, die mit und bei uns arbeiten und leben. Wir sprechen uns aus diesem Bewusstsein heraus klar für das Impfen aus. Wir verstehen natürlich, dass es angesichts der vergleichsweise rasanten Entwicklung viele Fragen gibt, eine gewisse natürliche Skepsis und auch Emotionen. Daher wollen wir unseren Teil zur Aufklärung beitragen. Jede:r soll die Chance haben auf Grundlage aller Information eigenverantwortlich und begründet eine Entscheidung zu treffen.

Wir klären in Zusammenarbeit mit der Betriebsärztin Dr. Julia Fritsche Fragen und Antworten rund um die Covid-Impfungen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie wirkt ein Impfstoff, z. B. mRNA-Impfstoff?
  2. Ist eine Covid-19 Infektion für einen gesunden Menschen nicht besser für das Immunsystem als eine Impfung?
  3. Greift der Impfstoff mein Erbgut an?
  4. Beeinflusst die Impfung meine Fruchtbarkeit?
  5. Sind die Impfstoffe ausreichend erprobt??
  6. Muss ich Vorerkrankungen beachten?
  7. Wie verhält es sich mit Nebenwirkungen und Langzeitschäden?
  8. Warum soll ich mich impfen lassen? Es gibt doch Medikamente gegen Covid-19?
  9. Kann es sein, dass die Impfung nicht wirksam ist, weil Geimpfte trotzdem noch ansteckend sind?
  10. Wer haftet, wenn es zu gesundheitlichen Schäden kommt?
  11. Wirken die Impfstoffe gegen Virusvarianten?
  12. Ist ein Antikörpertest sinnvoll?
  13. Welches Impfschema nach Genesung?
  14. Wie wirkt der Totimpfstoff Novavax?
  15. Lohnt es sich auf den Totimpfstoff zu warten?
  16. Wann wird der Totimpfstoff verfügbar sein?
  17. Kann der Totimpfstoff für den Booster genutzt werden?
  18. Videos
  19. Weiterführende Links
  20. Zahlen; Daten; Fakten

Wie wirkt ein Impfstoff, z. B. mRNA-Impfstoff?

Die beiden mRNA-Impfstoffe Biontech und Moderna werden auch als Boten-RNA bezeichnet. Der Impfstoff konfrontiert die Körperzellen an der Einstichstelle mit Teilen der Erbinformation des Virus, die in der mRNA gespeichert ist. Die mRNA liefert den Bauplan für ein bestimmtes Protein des Virus, das im menschlichen Körper als Antigen wirkt. Ein Antigen aktiviert das Immunsystem und es wird eine schützende Immunantwort generiert. Dazu gehört unter anderem die Produktion von Antikörpern, die sich an das Antigen binden und es so unschädlich machen können. (nach oben)

Ist eine Covid-19 Infektion für einen gesunden Menschen nicht besser für das Immunsystem als eine Impfung?

In vielen Studien wurde erforscht, was mit dem Immunsystem passiert, wenn man an Covid-19 erkrankt. Diese zeigen, dass das Immunsystem bei einer Infektion vom Virus unterdrückt werden kann und der Mensch anfälliger für andere Erkrankungen werden kann. Dies kann auch bei jungen gesunden Menschen passieren. Beim Impfen hingegen ist dieser Effekt nicht festzustellen. Das Erbgut des SARS-CoV-2 kommt entweder durch die Infektion oder durch eine Impfung in die Zellen. Bei der Impfung erfolgt dies wesentlicher konzentrierter. Auch bei anderen bekannten Impfstoffen, wie z. B. der Masern-Impfung, konnte man feststellen, dass Kinder, die an Masern erkranken für mehrere Monate ein eingeschränktes Immunsystem haben.

Insgesamt gibt es keine Studienergebnisse die darauf hinweisen, dass das Immunsystem eingeschränkt wäre oder bestimmte Infekte bzw. andere Gesundheitsprobleme auf die Covid-19-Impfung zurück zu führen ist. Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Impfungen unter starker Beobachtung vieler Länder und Behörden stehen und bereits Milliardenfach geimpft wurde. (nach oben)

Greift der Impfstoff mein Erbgut an?

Nein. Die Erbsubstanz in den mRNA-Impfstoffen gelangt zwar in unsere Zellen, nicht jedoch in den Zellkern, wo sich das eigene Erbgut befindet. Zudem fehlt den Menschen ein Enzym, das es überhaupt ermöglichen würde, fremdes Erbgut in das eigene einzubauen. Die mRNA des Impfstoffes wird nach relativ kurzer Zeit komplett abgebaut und ist dann im Körper nicht mehr vorhanden. (nach oben) 

Beeinflusst die Impfung meine Fruchtbarkeit? 

Nein. Nach über einem Jahr Impfungen und zwei Jahren Covid-Infektionen weiß man mittlerweile sehr gut, dass weder die Covid-Infektion noch die Impfung die Fruchtbarkeit beeinflussen oder zu vermehrten Fehlgeburten führen. (nach oben) 

Sind die Impfstoffe ausreichend erprobt? 

Ja. An der Technologie zur Entwicklung von mRNA-Impfstoffen wird bereits seit vielen Jahren geforscht (z. B. in der Krebsforschung). Der Vorteil dieser Methode ist, dass Impfstoff sehr schnell hergestellt werden kann. Im Rahmen einer Zulassung von neuen Impfstoffen sind mehrere Phasen notwendig, die alle abgeschlossen sein müssen, damit ein Impfstoff auf den Markt kommen darf. Es müssen u.a. Tierversuche gemacht werden, es werden verschiedene Dosen und Impfschemata an gesunden Freiwilligen erprobt und erst dann wird die Wirksamkeit an einer größeren Menge Personen getestet. Ein Grund, warum dieses Verfahren bei den Covid-Impfstoffen so schnell war, war dass die Prüfung der Unterlagen bei den Aufsichtsbehörden oberste Priorität hatte. Wo sich normalerweise neue Impfstoffe erst „hintenanstellen“ mussten, wurden die Daten der Covid-Impfstoffe sofort ausgewertet, sodass die Phasen zügig durchlaufen werden konnten. Daher war man hier schneller als es sonst möglich ist. Weiterhin liefen einige Prüfphasen parallel, so dass es schneller zu einer Zulassung kommen konnte.

Mittlerweile sind über eine Milliarde Covid-Impfungen weltweit verabreicht worden und Nebenwirkungen wurden genau beobachtet und geprüft. Bei dieser hohen Zahl von Impfdosen kann man sicher sein, dass auch seltene Nebenwirkungen erfasst werden.

Andere Impfstoffe die entwickelt wurden, wie z. B. Sputnik oder Impfstoffe aus China erhielten z. B. aufgrund der unzureichenden Wirksamkeit oder mangelnden Qualität keine Zulassung auf dem europäischen Markt.

Weiterhin sind Corona-Viren keine neuen Viren, so dass über diese Viren schon recht viel erforscht wurde und damit eine bessere Ausgangslage, um den Impfstoff zu entwickeln. (nach oben) 

Muss ich Vorerkrankungen beachten?

Schwere Allgemeinerkrankungen oder die Einnahme von Medikamenten sind aber nicht Hindernis vor einer Impfung, sondern ein wichtiger Grund, sich impfen zu lassen. Denn genau diese Erkrankungen und Medikamente erhöhen das Risiko, schwer an Covid zu erkranken und eine Impfung macht doppelt Sinn. Trotzdem können die Impfstoffe bei der Einnahme von Medikamenten weniger wirken, darum ist die Rücksprache mit einem Arzt empfehlenswert.

Beim Vorliegen ausgeprägter Blutgerinnungsstörungen sollte vor der Impfung Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden. Ebenso sollten Abstände zu Lebendimpfungen (z. B. Masern-Mumps-Röteln-Impfung, Gelbfieberimpfung) und zu einer Allergiebehandlung („Hyposensibilisierung“) eingehalten werden. Abstände zu anderen Totimpfstoffen (z. B. Grippeimpfung, Tetanusimpfung) müssen nicht eingehalten werden. 

Mittlerweile werden in Deutschland fast nur noch die mRNA-Impfstoffe verabreicht, da diese eine sehr gute Wirkung haben und im Vergleich zu den Vektorimpfstoffen weniger schwere Nebenwirkungen.

Wichtigste Kontraindikation (Grund, warum nicht geimpft werden darf) sind allergische Reaktionen auf Bestandteile des Impfstoffes. Diese sind sehr selten und es sollte nach so einer Reaktion unbedingt ärztlich abgeklärt werden, wie und ob eine weitere Impfung möglich ist. Insgesamt haben die Covid19-Impfstoffe aber wenig Übereinstimmungen mit anderen Impfstoffen und bestehen auch nur aus wenigen Inhaltsstoffen. Sie beinhalten z. B. kein Hühnereiweiß, ein in anderen Impfstoffen manchmal problematischer allergischer Stoff. Grundsätzlich können allergische Reaktionen aber auch bei jedem Medikament eingesetzt werden. (nach oben)

Wie verhält es sich mit Nebenwirkungen und Langzeitschäden?

Hier muss man unterscheiden: kurzfristige Nebenwirkungen und Impfschäden mit ggf. langfristigen Folgen. Nebenwirkungen bzw. Impfreaktionen sind kurzfristige Beschwerden, die nach wenigen Tagen wieder abklingen und keine langfristigen Schäden bewirken. Bisher erfasste Impfreaktionen sind: Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen. War die Impfung selbst unkompliziert, sind keine Langzeitschäden zu befürchten. Wenn es zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommt, hängt dies am häufigsten mit einer allergischen Reaktion zusammen. Diese treten wie auch weitere schwerwiegende Nebenwirkungen, wie z. B. Herzmuskelentzündungen sehr selten auf. Kommt es dennoch zu Nebenwirkungen so wird die Impfempfehlung zeitnah angepasst, wie es z. B. bei Moderna erfolgt ist. Der Moderna-Impfstoff wird nur noch an Menschen ab 30 Jahren verimpft, weil Männer unter 30 Jahren häufiger von Herzmuskelentzündungen betroffen waren.

Die Abwägung zwischen einer Herzmuskelerkrankung infolge einer Impfung im Vergleich zur Herzmuskelerkrankung in Folge einer Covid-19-Infektion fällt zugunsten der Impfung aus, denn auch als junger Mensch kann es infolge der Infektion zu schwerwiegenden Verläufen und Langzeitfolgen kommen. 

Insgesamt sind bei allen bisher bekannten Impfungen keine Langzeitfolgen bekannt. Nebenwirkungen treten entweder sofort oder innerhalb weniger Tage (maximal wenige Wochen) auf. Die Inhaltsstoffe des Impfstoffes werden innerhalb kürzester Zeit vom Körper abgebaut, sodass keine Langzeitwirkungen zu befürchten sind. (nach oben) 

Warum soll ich mich impfen lassen? Es gibt doch Medikamente gegen Covid-19?

Es gibt mittlerweile einzelne, wenige Medikamente gegen Covid. Diese sind allerdings ganz neu und müssen sich in der Praxis noch beweisen. Sie können einen Teil der schweren Verläufe verhindern, aber sind nicht in allen Fällen wirksam. Außerdem können Nebenwirkungen durch die Medikamente auftreten. Die Medikamente haben mehr Bestandteile als eine Covid19-Impfung. (nach oben)

Kann es sein, dass die Impfung nicht wirksam ist, weil Geimpfte trotzdem noch ansteckend sind?

Wie bei anderen Impfungen ist die Covid-Impfung nicht zu 100 % wirksam. Man weiß mittlerweile, dass nach der Impfung ein hoher Schutz vor schweren Verläufen und Tod durch Covid besteht. Zum Thema Long-Covid werden noch Studien ausgewertet, aber es deutet sich bereits an, dass die Erkrankung bei Geimpften mit Coviderkrankung deutlich seltener ist. Es stimmt, dass Geimpfte erkranken können und auch andere Personen anstecken können. Das Risiko ist aber insbesondere bei Personen, die schon 3 Impfungen erhalten haben deutlich vermindert. (nach oben) 

Wer haftet, wenn es zu gesundheitlichen Schäden kommt?

Es handelt sich bei den Covid-Impfungen um so genannte „öffentlich empfohlene Schutzimpfung“, da die ständige Impfkommission (STIKO) zu den Impfungen rät. Bei Impfschäden haftet der Staat. Die ist eindeutig im Infektionsschutzgesetz festgelegt.

Bei Verdacht auf eine Impfnebenwirkung, die über das normale Maß hinaus geht oder einen Impfschaden sind Ärzte und Apotheker verpflichtet, dies an das Paul-Ehrlich-Institut zu melden. Auch als Privatperson kann man bei Verdacht so eine Meldung machen. (nach oben)

Wirken die Impfstoffe gegen Virusvarianten?

Die Impfstoffe bieten sowohl bei der Delta als auch bei der Omikron-Variante einen guten Schutz vor schweren Verlauf und Tod durch die Erkrankung. Nach zweimaliger Impfung ist das Risiko, sich mit Omikron zu infizieren immer noch hoch, kann aber durch eine Boosterimpfung (3. Impfung) deutlich gesenkt werden. (nach oben) 

Ist ein Antikörpertest sinnvoll? 

Antikörpertests sollten nur bei Personen mit Erkrankungen des Immunsystems oder bei Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Chemotherapien, Biologika) zur Kontrolle des Impferfolges gemacht werden. Bislang existiert kein allgemeingültiger Grenzwert bei Antikörpern, bei dem von einem sicheren Schutz ausgegangen werden kann. Im Gegenzug heißen niedrige Antikörperspiegel nicht automatisch, dass kein Schutz besteht. Neben den Antikörpern gibt es nämlich andere Immunzellen (z. B. Gedächtniszellen), die einen Schutz bieten können. Diese sind aber deutlich schwieriger im Blut zu bestimmen.

Auch Personen mit Antikörpern können sich ohne Bedenken impfen lassen. So konnte man auch bei genesenen Personen, die geimpft wurden oder auch geimpfte Personen, die geboostert wurden keine überschießenden Immunreaktion feststellen. 

Ein Antikörpertest kann lediglich verlässlich aussagen ob eine Covid-19-Infektion vorhanden war. Da jedoch keine Aussage darüber getroffen werden kann, wann die Infektion vorlag, ist für den Genesenenstatus ein positiver PCR-Test erforderlich. (nach oben) 

Welches Impfschema nach Genesung?

Das hängt davon ab, ob vorher schon Impfungen erfolgt sind oder nicht. Der Genesenenstatus gilt weiterhin 6 Monate ab dem Datum des positiven PCR-Tests. Eine Impfung ist frühestens 4 Wochen nach Abklingen der Symptome möglich. Da aber (bei gesundem Immunsystem) in dieser Zeit ein ausreichender Schutz vor erneuter Infektion anzunehmen ist, macht eine Impfung frühestens 3-6 Monate nach der Infektion wirklich Sinn. (nach oben) 

Wie wirkt der Totimpfstoff Novavax?

Der Impfstoff Nuvaxovid ist ein so genannter Proteinimpfstoff, weil er gentechnisch hergestellte Virus-Proteine enthält. Er enthält Coronavirus-ähnliche Partikel mit dem Corona-Eiweiß Spike-Protein. Durch die Impfung wird das Immunsystem angeregt und Antikörper werden gebildet. Im Vergleich zum mRNA_Imfstoff ist das Spike-Protein also schon da uns muss nicht erst gebildet werden. (nach oben) 

Lohnt es sich auf den Totimpfstoff zu warten?

Wer aktuell ungeimpft oder noch nicht geboostert ist, sollte nicht auf den Totimpfstoff warten. Eine Boosterimpfung darf mit diesem Impfstoff nur dann gegeben werden, wenn die beiden vorherigen Impfungen auch mit diesem Impfstoff erfolgt sind (also 2 x Biontech und dann Nuvavoxid ist derzeit nicht möglich).

Der neue Impfstoff muss zweimal gegeben werden mit einem Mindestabstand von 3 Wochen. 14 Tage nach der zweiten Impfung kann von einem vollständigen Impfschutz ausgegangen werden. Somit dauert es ab dem Tag der ersten Impfung noch mindestens 5 Wochen, bis ein vollständiger Impfschutz (Grundimmunisierung) besteht.

Die aktuellen Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit sind aufgrund der viel geringeren Anzahl an verabreichten Impfung nicht entsprechend aussagekräftig wie bei den mRNA-Impfstoffen. Die aktuellen mRNA-Impfstoff haben kaum Nebenwirkungen und insbesondere mit der Booster-Impfung eine hohe Wirksamkeit, welcher kaum zu überbieten sind. (nach oben) 

Wann wird der Totimpfstoff verfügbar sein?

Laut Medienberichten ist die Auslieferung für Ende Februar geplant. Es gibt allerdings noch kein konkretes Datum, sodass eine weitere Verzögerung nicht unwahrscheinlich ist. (nach oben) 

Kann der Totimpfstoff für den Booster genutzt werden?

Aktuell ist Nuvavoxid (Novavax) nur dann als Booster zugelassen, wenn schon die beiden vorherigen Impfungen mit diesem Impfstoff gemacht wurden. (nach oben) 

Videos

Quarks & Co.: in 30 Minuten das wichtigste zur Impfung
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Weiterführende Links

Zahlen; Daten; Fakten