Gestatten, Horst.

Auf den Hund gekommen


Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Horst. Jeden Tag begleite ich mein Frauchen ins Seniorenzentrum. Klingt erstmal vielleicht nicht sonderlich spektakulär, aber die Wirkung ist phänomenal! 

Die Pfleger*innen bringen die Bewohner*innen in den Besuchsraum oder auf den Hof und legen jedem einen Schlabberschutz auf den Schoß und ein paar Leckerlis zum Füttern in die Hände. Dann komme ich hereinspaziert: Fröhlich schwanzwedelnd hole ich mir reihum die Leckerlis ab. Mal lege ich meinen Kopf in den Schoss, mal lasse ich mich streicheln. Hier huscht ein Lächeln über ein zuvor noch reglose Gesicht, dort beginnt ein Demenzerkrankter aus seiner Kindheit zu erzählen, damals, als er selbst einen Hund besaß. Und kaum, dass die Leckerlis verfüttert sind, werden auch schon eifrig die leeren Hände ausgestreckt, auch von jenen, die sich aufgrund ihrer Erkrankungen kaum noch bewegen können. 

Einsamkeit, körperliche Schmerzen, alles scheint für den Moment vergessen bei all der Freude über meinen Besuch!