Vedad Salkic

1.500 km zum Altenpfleger


Etwa 1.500 Kilometer

... liegen zwischen Vedads Herkunftsland und dem Seniorenhaus am Klinikum Mitte. Für ihn war das kein Hindernis, den Weg zu Convivo zu finden. Aufgewachsen ist Vedad in Bosnien und Herzegowina. Schon als Kind hat er seine Affinität zum Schrauben entwickelt und früh in der Autowerkstatt seines Bruders ausgeholfen. Das war der Auslöser für den Beginn einer Ausbildung zum Maschinentechniker.

 

 

Während dieser Zeit ist seine Mutter nach Deutschland ausgewandert und hat angefangen, bei Convivo als Pflegekraft zu arbeiten. Bei einem Besuch 2015 schien seine Mutter so zu schwärmen, dass er kurzerhand ein Praktikum in der Seniorenresidenz Weserbogen starten wollte. Im Juni des Jahres konnte er dann als Praktikant erste Einblicke in den Beruf des Altenpflegers sammeln. Besonders im Gedächtnis geblieben ist ihm der respektvolle Umgang seitens der Bewohner*innen. Dies kenne er unter den Jugendlichen nicht. Er persönlich hat großes Interesse an den Lebensgeschichten der älteren Menschen entwickeln können. Das Gefühl, „etwas Gutes zu tun“, führte zu seinem Entschluss, die Ausbildung zum Altenpfleger in Deutschland zu beginnen.

„SIE SEHEN EINEN NICHT ALS SCHÜLER, SONDERN ALS MENSCHEN“

Dafür führte Vedads Weg zunächst in seine Heimat zurück. Hier musste er Bürokratisches erledigen, ehe er nach Deutschland zurückkehrte und mit wenigen Tagen Verspätung in die Ausbildung im Seniorenhaus am Klinikum Mitte starten konnte. Begleitet wurde er auf seinem Weg von Zinaida Kadic, unserer Beauftragten für die Akquise osteuropäischer Pflegekräfte.

 

 

„Es war schon ein bisschen komisch“, sagt er. In Bosnien war er gerade mit einer Ausbildung fertig und beginnt nun in Deutschland die nächste. Schon früh konnte er Unterschiede für sich erkennen. Die Art und Weise, wie mit Schülern geredet werde, sei respektvoller. Sie sehen einen nicht als „Schüler, sondern als Menschen.“ Aus seiner vorherigen Ausbildung sei er „Strengeres“ gewohnt gewesen. Praxiserfahrungen konnte er ebenso wenig sammeln, da sich diese auf ein bis zwei Wochen pro Schuljahr beschränkten. Die Aufteilung in Blockunterricht kam ihm daher sehr entgegen. Hier erhielt er mehr Praxisnähe am Stück und konnte sich so besser auf Praxis bzw. Theorie einstellen. Am 18. September 2018 konnte er dann sein Abschlusszeugnis in der Hand halten und gemeinsam mit seinen Mitazubis feiern.

VOM PRAKTIKUM ZUM HOCHSCHULSTUDIUM

Das Seniorenhaus hat ihn mittlerweile unbefristet übernommen. Hier ist er als Dauernachtwache tätig. Doch Vedad ist noch nicht am Ende seines Weges angekommen. „Erstmal zwei, drei Jahre arbeiten.“ Danach würde ihn ein Studium reizen. Zum Beispiel an der Hochschule Bremen: Hier beginnt ab dem Wintersemester 2019 der praxisintegrierte Duale Studiengang Pflegewissenschaften – mit Convivo als Praxispartnerin.